Das Ohr vom Brot (Pan no Mimi)

Die Rinde einer Brotscheibe nennt man in Japan „Ohr vom Brot“. Ein seltsamer Name, woher er wohl kommt? Schauen wir mal das Gesicht eines Menschen an, stehen die Ohren am Rand rechts und links des Gesichts. Wie die Rinde bei der Brotscheibe. Und auch bei anderen flachen Sachen wie z.B. Papier oder Futon verwendet man den Ausdruck „Mimi“ für den Rand. Die Ränder bündig legen heißt: Mimi gleichmachen.

In Japan wird gerne Sandwich aus Toastbrot gegessen. Dabei wird meist vorher die Rinde abgeschnitten, das Kaugefühl wird besser, sagen die Japaner. Folglich ist die Rinde ein „Abfallprodukt“, das beim Bäcker in großen Tüten sehr billig oder sogar umsonst angeboten wird. Was macht man damit?

Eine sparsame japanische Hausfrau hat sich dazu etwas einfallen lassen: aus dieser Rinde wird eine Leckerei hergestellt indem man sie frittiert und mit Zucker und Zimt bestreut. Inzwischen gibt es viele Rezepte für die Verwendung dieser Brotrinde. Es gibt sogar ein richtiges Rezeptbuch. Man verwendet sie für Süßigkeiten, Snacks und Beilagen, für Pizzatoast, Gratin, Quiche, Zwiebelsuppe, Schokozwieback, Vanillepuddingkuchen und so weiter. Es heißt, es gebe über 3000 Rezepte zu dem Thema. Man hat den Eindruck, als ob sich irgendjemand täglich ein neues Rezept mit diesem preiswerten Lebensmittel ausdenkt.

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